Konzept und Betreuung

Das Konzept der deutsch-französischen Kinderkrippe

Die deutsch-französische Kinderkrippe ist die allererste Station im deutsch-französischen Bildungszweig Freiburgs. Sie wurde im Dezember 2013 eröffnet und nimmt kleine Kinder ab einem Jahr auf. Die ruhige Umgebung ist zweisprachig und auf die Bedürfnisse des Kindes ausgerichtet.

Nach einer bis zu dreiwöchigen Eingewöhnungszeit fangen die kleinen Kinder an, das Leben in der Gemeinschaft zu erlernen. Die Eingewöhnungszeit gestaltet sich stufenweise anhand eines präzisen Modells, welches den neuen Eltern im Vorfeld vorgeführt wird.

Im Herzen einer kleinen Gruppe können sie sich entfalten und erlangen nach und nach ihre Selbstständigkeit in aller Sicherheit.

Die Inhalte

Im Rahmen der täglichen Aktivitäten erleben die Kinder mannigfaltige und abwechslungsreiche Situationen, die ihnen erlauben …

  • erste Erfahrungen im Gemeinschaftsleben zu sammeln
  • schrittweise selbstständig zu werden
  • sich selbst und die anderen zu entdecken
  • die Sinne und den Bewegungsapparat weiter zu entwickeln
  • die zwei Sprachen strukturiert zu lernen
  • die Schulzeit im deutsch-französischen Kindergarten vorzubereiten

Der Tag ist so organisiert, dass der Rhythmus und die Bedürfnisse des kleinen Kindes respektiert werden: Spiele wechseln sich mit Aktivitäten drinnen und draußen ab, sowie Ruhezeiten und Mahlzeiten entweder im Klassenraum oder in der Kantine.

Die Kinder sind in zwei Altersgruppen eingeteilt: die kleineren 1-2jährigen (10 Kinder) und die „toute petite section“ (2-3 Jahre alte Kinder). Die beschränkte Größe der zwei Gruppen erlaubt es den Pädagogen, sich an die Kinder anzupassen und ihre Praxis zu individualisieren.

Die Betreuung

Jede Gruppe wird von zwei Erziehern mit einer Qualifikation im Bereich Frühpädagogik betreut, davon je ein deutscher und ein französischer Pädagoge. Sie werden vom Trägerverein des Vereins école92 e.V. eingestellt, und jeder Pädagoge spricht in seiner Muttersprache mit den Kindern; diese erleben demnach die Aktivitäten auf deutsch und auf französisch, was es ihnen erlaubt, schrittweise beide Sprache zu erlernen und dadurch schnell Fortschritte zu machen.

Konzept des deutsch-französischen Kindergartens

Der deutsch-französische Kindergarten ist die zweite Station des deutsch-französischen Bildungszweiges in Freiburg. Er wurde von einem Elternverein gegründet, um Kindern aus vorwiegend deutsch-französischen Familien eine zweisprachige Schulbahn zu erlauben, vor allem in Hinblick auf den Schulbeginn in der deutsch-französischen Grundschule. Die meisten Kinder setzen ihre Schulbahn anschließend im französischen Zweig des Deutsch-Französischen Gymnasiums fort, welches seit über 40 Jahren existiert.

Wer sein Kind im deutsch-französischen Kindergarten anmeldet, trifft bewusst die Wahl für diesen kombinierten Bildungsweg. Diese vorschulische Früherziehung ist eine große Bereicherung für das Kind, verlangt aber auch ein gewisses Maß an persönlichem Engagement sowohl seitens des Kindes (höhere Erwartungen und schwierigerer Tagesrhythmus) als auch seitens der Eltern (Unterstützung der beiden Sprachen und Kulturen zu Hause).

Das Konzept des Kindergartens wurde speziell erstellt, damit die Kinder die Ziele des französischen Lehrplans erreichen können unter gleichzeitiger Zugrundelegung der Inhalte der französischen „Vorschule“ sowie des Orientierungsplans Baden-Württemberg. Eine regelmäßige Anwesenheit der Kinder wird erwartet.

Die Lehrkräfte füllen für jedes Kind regelmäßig ein Beobachtungsheft aus. Dieses Dokument zeigt die Fortschritte des Kindes in den verschiedenen Lerngebieten auf:

  • Aneignung der Sprache
  • Entdecken der Schrift
  • Zusammenleben und Schüler werden
  • Die Welt entdecken (Dinge, Stoffe, Zahlen und Größen)
  • Mit dem eigenen Körper handeln und sich ausdrücken
  • Erfassen, spüren, sich etwas vorstellen und etwas erschaffen

Der Beobachtungsbogen wird einmal jährlich den Eltern der kleinen Klasse und jeweils zweimal jährlich den Eltern der mittleren und großen Klassen übergeben. Während der übergabe findet ein Gespräch zwischen den Lehrkräften und den Eltern statt, dabei werden den Eltern genauere Beobachtungen mitgeteilt und die Eltern können Fragen stellen.

Die Klassen entsprechen der Gruppierung der französischen Vorschulen: in der kleinen Klasse sind die 3-4 jährigen, in der mittleren die 4-5 jährigen und in der großen die 5-6 jährigen Kinder. Die Kinder gehen automatisch in die nächste Gruppe über und werden dann in die erste Klasse der deutsch-französischen Grundschule eingeschult. In Ausnahmefällen können die pädagogischen Fachkräfte vorschlagen, dass ein Kind in einer Gruppe für ein 2. Jahr verbleibt.

Tagesablauf

Der Kindergarten ist von Montag bis Freitag geöffnet. Die Kinder werden von 7:30 Uhr bis 14 Uhr aufgenommen und betreut bzw. bis 16:30 Uhr für die Kinder der Nachmittagsbetreuung. Die Kinder sollten bis 8:15 Uhr eingetroffen sein, um im Klassenraum „ankommen“ zu können vor Beginn der Aktivitäten (8:30 Uhr).

Vormittags finden Stuhlkreis und Zusammenfinden der Gruppe abwechselnd mit Ateliers statt. Nach einem gemeinsamen Vesper verbringen die Kinder jeden Tag die Pause von 10:30 bis 11:30 Uhr im Freien. Die Klassen nehmen ihr Mittagessen zwischen 12:00 und 13:30 Uhr ein. Anschließend kehren die Kinder in ihre Klassenzimmer zurück für eine letzte Spielphase vor der Ankunft ihrer Eltern. Zwischen 13:40 Uhr und 14:00 Uhr können die Eltern ihr Kind abholen.

Das pädagogische Team

Jeweils zwei pädagogische Fachkräfte sind gemeinsam verantwortlich für eine Gruppe: die deutsche pädagogische Fachkraft, die durch den Verein école 92 eingestellt ist, und eine französische Lehrkraft, die von dem französischen Kultusministerium der AEFE (Agence pour l’Enseignement du Français à l‘étranger) zugeteilt ist.

Jede Pädagogin spricht mit den Kindern in ihrer eigenen Sprache und arbeitet gemäß ihren Richtlinien: Für die Deutschen gilt der Orientierungsplan Baden-Württemberg, für die Franzosen gelten die Richtlinien der éducation Nationale. Die französischen Lehrkräfte werden regelmäßig von dem aus Berlin gesandten französischen Schulrat kontrolliert.

Die Pädagogen nehmen jährlich an Fortbildungen teil, welche speziell für französische Lehrkräfte im Ausland organisiert sind. Der deutsch-französische Kindergarten ist eine zweisprachige Einrichtung, in welcher beide Schul- und Lernsysteme zuhause sind, ebenso wie beide Kulturen; gleichzeitig ist die Einrichtung allen anderen Kulturen, die an der Schule vorhanden sind, geöffnet.

Die Nachmittagsbetreuung

Nach 14 Uhr verbleiben 30 Kinder aus dem Kindergarten und 10 Kinder aus der Kinderkrippe und nehmen an den Beschäftigungen der außerschulischen Betreuung teil. Die Eltern können Ihre Kinder anschließend von 16:00 bis 16.30 Uhr abholen.

Zwei Pädagogen, je ein deutscher und ein französischer, bieten den Kindern, die im Rahmen des Projekts unserer Einrichtung eingeschrieben sind, bildende und spielerische Aktivitäten an.

Nach einer Ruhepause haben die Kinder also die Möglichkeit, abwechslungsreiche Aktivitäten, die an ihre Bedürfnisse angelehnt sind, auszusuchen. Dazu zählen verschiedene Spiele, Gruppenbeschäftigungen, Basteln, Sport …